Ins Auto einsteigen, Gurt heranziehen und einklicken. Für die meisten eine gewohnte Routine. Doch manche verzichten darauf und sind auf ihrer letzten Fahrt im Leben.

Die Statistik ist brutal. Pro Jahr sterben auf Österreichs Straßen durchschnittlich 177 Pkw-Insassen. 52 davon, ohne den rettenden Sicherheitsgurt angelegt zu haben. Viele von ihnen könnten noch am Leben sein. Denn ohne Gurt ist das Todesrisiko bei Verkehrsunfällen­ zehnmal höher.

Untersuchung
Grundsätzlich besitzt die Anschnallpflicht im Auto eine hohe Akzeptanz. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) legen 97 % aller Pkw-Insassen den Sicherheitsgurt an, wobei­ die Gurttragequote auf den Vordersitzen ­höher ist. Auf der Rückbank schnallen sich nur 92 % der Jugendlichen und Erwachsenen an. Ebenso untersucht wurden für die Jahre 2017 bis 2020 alle tödlichen Verkehrsunfälle. Das erschreckende Ergebnis: Rund drei von zehn getöteten Pkw-Insassen, also 29 %, waren zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt. KfV-Direktor Othmar Thann erklärt: „Das Todesrisiko ohne Gurt ist zehnmal höher als mit Gurt. Betroffen waren überwiegend männliche und jüngere Erwachsene im Alter von 20 bis 29 Jahren.“ Gerade auf Kurzstrecken und dem Schulweg wird auf das Anlegen eines Gurtes verzichtet. Hier fehlt es am Bewusstsein, dass eine kurze Fahrt genauso viele Gefahren birgt.

Kinder
Kinder werden laut KfV-Untersuchung zwar zu 98 % gesichert, häufig jedoch fehlerhaft. Etwa durch einen falschen Gurtverlauf oder einem­ zu locker sitzenden Gurt. Derartige ­Sicherungsfehler können bei einem Verkehrsunfall zu tragischen Konsequenzen führen. Ein ­besonders schwerer Fehler ist, wenn Kinder mit Rucksack oder Schultasche am Rücken angeschnallt werden. Das Risiko schwerer Verletzungen ist dabei enorm. KfV-Direktor Thann: „Auch wenn es verständlicherweise oft hektisch zugeht, so darf bei der Sicherung keine Zeit gespart werden. Ein korrekte ­Sicherung ist in ein bis zwei Minuten durchgeführt und rettet im Falle des Falles Leben.“

Gesetzliche Regelung
In Österreich müssen Kinder unter 14 Jahren, welche kleiner als 135 cm sind, mit einer Kinderrückhalteeinrichtung, also Babyschale oder Kindersitz, gesichert sein. Bei Kindern, die größer als 135 cm sind, ist die Sicherung mittels Sicherheitsgurt ausreichend und zulässig. Der Verstoß gegen die Kindersicherungspflicht ist ein Vormerkdelikt und zieht empfindliche Strafen nach sich.