Pandemien ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Die schlimmste wütete im 14. Jahrhundert und entvölkerte Landstriche.

Zu jeder Zeit brachten Pandemien Tod, Schmerz, Leid und Trauer über die Menschen. Gegenüber früheren Jahrhunderten hat sich aber unser Wissen darüber verändert, wie Krankheiten entstehen und wie sie behandelt werden können. Das ist der große Vorteil des 21. Jahrhunderts. Genauso wie die Pest, die Pocken oder die Influenza in Form der Spanischen Grippe in die Geschichtsbücher eingegangen sind, wird auch Corona dort einen Platz finden. Das ist sicher.

Die Pest
Die Pest wütete in Europa in drei großen Wellen: im 6., 14. und 19. Jahrhundert. Die zweite große Pestwelle im 14. Jahrhundert gilt bis heute als die verheerendste Epidemie der Menschheitsgeschichte. Mehr als ein Drittel der damaligen Bevölkerung starb, ganze Landstriche wurden entvölkert. Erst 1.200 Jahre nach dem ersten Ausbruch konnte der Schweizer Biologe ­Alexandre Yersin im Jahr 1894 den Pesterreger isolieren. Heute ist die Krankheit heilbar. Den letzten großen Ausbruch gab es 2017 auf Madagaskar. 2.400 Menschen erkrankten, davon starben 209.

Die Pocken
Die Pocken gelten seit 1980 als ausgerottet. Nur in zwei Referenzlabors der WHO werden noch Erregerexemplare aufbewahrt. Wie viele Menschen ihr über die Jahrhunderte zum Opfer fielen, ist nicht bekannt. Es waren nach seriöser Schätzung mehrere Millionen, da die Mortalitätsrate bei rund 30 % liegt. Viele, die überlebten, erblindeten oder waren durch Pockennarben entstellt. Den Pocken „verdanken“ wir allerdings die Erkenntnis, dass mit einer Impfung eine Krankheit verhindert werden kann. Der große Pionier auf diesem Gebiet war der englischen Arzt ­Edward Jenner, der bereits 1796 anfing, ­gegen die Pocken zu impfen.

Influenza – Spanische Grippe
Unter allen Grippe-Pandemien gilt die Spanische Grippe als die tödlichste. Sie brach 1918 gegen Ende des 1. Weltkrieges aus und forderte in mehreren Wellen weltweit mehr als 50 Millionen Tote. Spanische Grippe wird sie nur deshalb genannt, weil spanische Medien erstmals über diese Erkrankung berichteten. Heute gilt als gesichert, dass der Erreger auf einer amerikanischen Hühnerfarm vom Tier auf den Menschen übersprang und sich von dort auf der ganzen Welt verbreitete.