Warum wegwerfen, wenn’s noch gut ist?

Viele haben verlernt, ein Lebensmittel selbst zu prüfen, ob dieses noch genießbar ist. Die Folge: 25 % unserer Nahrung landet vorzeitig im Müll. Eine Verschwendung!

Vorweg eine kurze Begriffs­erklärung: Steht auf einer Lebensmittelpackung ein Verbrauchsdatum, darf das Lebensmittel danach nicht mehr verwendet werden. Dabei geht es um leicht verderbliche Waren wie Fisch oder Fleisch, die nach Ablauf nicht mehr sicher sind. Ganz anders ver­hält es sich hingegen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Generell bedeutet das Über­schreiten des Mindesthalt­barkeitsdatums nicht, dass ein Lebensmittel nicht mehr genussfähig ist. Das heißt, dass ein Lebensmittel üblicherweise länger haltbar ist, als es das Mindesthalt­barkeitsdatum anzeigt. Um wie viel länger, ist allerdings schwer vorherzusagen, das ist abhängig vom Produkt und auch von der Lagerung des Produkts.

Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist also ein wenig Erfahrung und Wissen ge­fragt, um die Genießbarkeit zu beurteilen. Konsumenten verlassen sich heute zu we­nig auf ihre eingebauten Kon­trollorgane: Augen, Nase und Mund. Wenn ein Lebensmittel gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt, gibt es keinen Grund, es nach Ablauf des Mindesthalt­barkeitsdatums nicht zu essen. Dabei gilt es allerdings einiges zu beachten. Je nach Lebensmittel oder Lebensmittelgruppe gelten andere Beurteilungskriterien. Und genau diese haben wir ver­lernt. ÖSTERREICH SICHER hat die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Welche Lebensmittel halten wie lange?

Milch, Milchprodukte, Eier und Wurst. Milch ist in einer ungeöffneten Verpackung noch rund drei Tage nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeits­datums genießbar. Auch Milchprodukte und Wurst sind ungeöffnet oft noch meh­rere Tage haltbar. Eier können noch bis zu zwei Wochen später verwendet werden – allerdings lieber zum Kochen und Backen.

Mehl, Reis, Getreide, Kaffee und Nudeln. Diese Produkte kön­nen mehrere Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genutzt werden, wenn sie trocken gela­gert werden. Dasselbe gilt für Marmelade, Saft oder Bier.

Salz, Zucker, Essig. Produkte, die kein Min­desthaltbarkeitsda­tum benötigen, auch wenn eines aufge­druckt ist.

Hausverstand der Sinne

Das Abc bei der Beurteilung von Lebensmitteln.

Noch originalverpackte Lebensmittel hal­ten länger als bereits geöffnete Packun­gen. Stichwort: Keime! Die goldene Regel: Nach dem Öffnen schneller aufbrauchen.

Prüfen Sie Aussehen, Geruch und Geschmack. Dazu sollten Sie sich Zeit neh­men und genau wissen, wie das Lebensmittel beschaffen sein soll. Vorsicht bei Schnupfen!

Lebensmittel, die tro­cken sind, konserviert oder durch Erhit­zen haltbar gemacht wurden, verderben nach Mindesthaltbarkeit nicht so schnell.

Trockene Lebensmittel sind Mehl, Zucker, Suppenwürfel etc.; konservierte sind z. B. Sardellen oder Marmelade; erhitzte sind Haltbarmilch oder Konserven.

Überlegen Sie sich, was Sie mit dem Lebensmittel machen wollen. Beim Durcherhitzen werden Keime zuverläs­sig abgetötet.