Die Nutzung der Stopp-Corona-App könnte helfen

Bundesrettungskommandant Gerry Foitik: Die Stopp Corona-App des Roten Kreuzes hilft die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Wird man krank oder besteht der Verdacht, dass man sich mit CoVid infiziert hat, werden alle engen Kontaktpersonen über die App informiert und können sich so zuhause isolieren. Damit wird verhindert, dass sie unwissentlich weitere Personen anstecken.

Bundesrettungskommandant Gerry Foitik erklärt im Interview, warum die Stopp-Corona-App so wichtig ist.

Österreich Sicher: Für die Stopp Corona App war im Dezember ein Update angekündigt. Was wurde neu?

Da geht es um die Interoperabilität – also darum, dass die Apps unterschiedlicher Länder kompatibel sind. Die EU-Kommission hat ein Projekt gestartet und ab 14. Dezember wurde auch die Stopp Corona-App Teil dieses Projekts, sprich mit den Apps anderer Länder kompatibel.

Österreich Sicher: Wieviele Österreicherinnen und Österreicher müssten sich die App herunterladen, damit die Tracing-App Bestandteil einer Gesamtstrategie werden könnte.

Aus Studien – z.B. der Universität Oxford – wissen wir, dass Apps auch schon bei geringer Nutzerzahl einen Beitrag leisten. Mein Wunsch ist, dass möglichst viele Menschen die App installieren, denn sie kann helfen, Leben zu retten und sie kann dazu beitragen, weitere schwerwiegende Maßnahmen – wie Lockdowns – zu verhindern. Die Oxford-Studie sagt auch, dass pro zwei User eine Neuinfektion verhindert werden kann.

Österreich Sicher: Können Sie uns kurz den aktuellen Stand sagen. Wie viele Downloads, wie viele Meldungen bisher?

Wir befinden uns gerade in einer sehr dynamischen Phase. Die Downloadzahlen steigen täglich und auch die Zahl der abgegebenen Warnungen. Das spiegelt auch das Infektionsgeschehen wieder. Ende November gab es ca 1,25 Millionen Downloads und rund 7.000 Warnungen. Die Hälfte der Warnungen waren Informationen über einen Verdachtsfall, die andere Hälfte Informationen über eine bestätigte Covid-Infektion.

Österreich Sicher: In Südkorea wird eine Corona Tracing-App sehr erfolgreich zur Pandemiebekämpfung eingesetzt. Wäre das nicht auch in Österreich das bessere Model, als durch die Notmaßnahme „Lockdown“ unsere Freiheit einzuschränken?

Auch in Finnland haben sich viele Menschen die dortige App runtergeladen und das hat – unter anderem – auch dazu beigetragen, dass das Infektionsgeschehen in Finnland sehr niedrig ist. Ich geben Ihnen Recht, dass die Verwendung der App, eines der smartesten Mittel in der Pandemiebekämpfung ist. Sie kostet mich genau eine Minute – so lange dauert es sie zu installieren. Sie kann aber hohe Folgekosten für Gesellschaft und Wirtschaft verhindern.

Österreich Sicher: Was erklären Sie Menschen, die sich von Social-Media-Apps, Routenplaner-Apps oder Vorteilskarten-Apps von Privatfirmen regelrecht ausspionieren lassen, aber nicht bereit sind, die Stopp-Corona-App zu nutzen?

Der Nutzen dieser Apps, die Sie gerade erwähnt haben, ist sehr direkt und offensichtlich – ich bekomme Rabatte, kann mich mit Freunden austauschen oder komme schneller von A nach B. Der Nutzen der Stopp Corona-App ist zwar nicht so leicht auf den ersten Blick erkennbar, aber dafür um vieles größer. Mit welcher anderen App kann ich meine Familienmitglieder, Freunde und Arbeitskollegen vor einer Krankheit schützen?

Österreich Sicher: Noch eine persönliche Frage. Wie kommt Gerry Foitik ohne psychischem Lockdown durch die Krise?

Im Krisenmanagement ist es besonders wichtig, auch auf sich selbst zu schauen: ausreichend schlafen, Kontakt mit Familie und Freunden aufrecht erhalten und sich Zeit für Erholung nehmen. Und ganz wichtig: trotz viel Arbeit und einer schwierigen Situation versuche ich den Humor nicht zu verlieren.