Menschen, die an einer seltenen Krankheit leiden, haben keine Hoffnung auf Impfung und in vielen Fällen auch nicht auf Heilung. Sie dürfen nicht vergessen werden.

Mit der erfolgreichen Erforschung von Impfstoffen gegen Covid-19 sonnen sich die Pharmaunternehmen derzeit im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Leider zeigt das Ringen um einen Impfstoff aber auch die systemischen Schattenseiten dieses Industriezweigs auf. Wenn viel Geld im Spiel ist, geht Forschung in Lichtgeschwindigkeit. Was sind seltene Erkrankungen? Fairerweise muss angemerkt werden, dass genetisch bedingte Erkrankungen vielleicht nie heilbar sein werden und bei so mancher
seltenen Erkrankung trotz intensiver Forschung kein Heilmittel gefunden werden
kann. Dennoch fehlt es hier an Anstrengungen, weil der Profit nicht gegeben ist. Betroffene, die an einer seltenen Erkrankung leiden, werden damit auch ihrer Hoffnung beraubt. Aber was sind überhaupt seltene Erkrankungen? Laut Definition der Europäischen Union gilt eine Krankheit dann als selten, wenn weniger als fünf Fälle pro 10.000
Personen auftreten. Mangels einer zentralen Datenbank kann die Anzahl der Fälle in
Österreich nur anhand des Orphanets realistisch hochgerechnet werden. Das Orphanet ist die weltweit anerkannte Datenbank für seltene Erkrankungen. In dieser Datenbank
sind knapp 6.000 Krankheitsbilder erfasst. In der Europäischen Union geht man davon aus, dass es in Summe mehr als 8.000 sind. Laut Report des Gesundheitsministeriums ergibt die Hochrechnung dieser Daten eine neue Dimension: Demnach werden insgesamt
maximal sechs bis acht Prozent der Gesamtbevölkerung im Laufe ihres Lebens
von einer derartigen Erkrankung betroffen sein. Dies entspricht rund einer halben Million
Menschen in Österreich und 27 bis 36 Millionen in der Europäischen Union – Zahlenwerte mit beträchtlicher gesundheitspolitischer und gesellschaftlicher Relevanz, wie der Report anmerkt. Für die Pharmaindustrie ein großes Forschungsfeld nach Covid-19.