Mehr Personal: Die Jäger der Internet-Strizzis

Winning-Team. Cybercrime-Abteilungsleiter Klaus Mits (l.) und Cybercrime-Ermittlungsleiter Wilhelm Seper (r.) mit der Bitcoin Deus Ex Machina des Bundeskriminalamtes.

Die schlagkräftige IT-Task-Force des Bundeskriminalamtes wird 2021 mit Spezialisten massiv aufgestockt. Denn immer mehr Straftaten verlagern sich ins Internet.

Der Tatbestand ist mitunter gleichgeblieben, nur das Werkzeug und der Multiplikationsfaktor der Strizzis hat sich durch das Internet verändert. Egal ob Heiratsschwindler, die einsame Herzen um ihr Erspartes bringen, oder Verkäufer „wundersamer Arzneien“ (heute: dubiose Geldanlagen). Neu hinzugekommen sind Cyber-Delikte, die das Internet erst möglich gemacht haben. Zum Beispiel: Cyberkriminelle legen mittels eines Trojaners die IT-Infrastruktur einer ganzen Firma lahm, um dann Millionen zu  erpressen. Kommt in Österreich durchschnittlich einmal pro Monat vor.

Teuflischer Multiplikator
In der analogen Welt kann ein Täter meist nur ein Opfer nach dem anderen betrügen. In der virtuellen Welt betrügt ein Täter oft hunderte oder tausende gleichzeitig. Kein Wunder also, dass die 60-köpfige IT-Task-Force des Bundeskriminalamtes alle Hände voll zu tun hat. 28.439 Cyberdelikte wurden 2019 in Österreich angezeigt – Tendenz steigend. Aus diesem Grund wird der Personalstand 2021 auf 120 Spezialisten verdoppelt.

Die Welt zwischen Bits und Bytes
Die Jagd nach Internet-Kriminellen ist aufwendig. Oft sitzen die Täter in Russland, Pakistan oder Indien. Die Ausforschung über die verschlungenen Wege des Internets sind zeitaufwendig und erfordern viel Know-how: Über das Darknet, über Kryptowährungen und vielem mehr. Der Abwehrkampf ist im BKA mit Spezialisten gebündelt. Gleichzeit werden 600 Exekutivbeamte in ganz Österreich geschult, um ein flächendeckendes Abwehrnetz zu spannen.